Jasmin berichtet...

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- die folgenden Texte sind ungekürzt und im Original -

 

Jasmin Dogu über:

Alain Frei

Am Freitag, den 16.11.2018 war Alain Frei, bekannt aus TV-Formaten wie Comedy Rebell oder night wash, zu Gast in unsere Emmericher Hansestadt. Er hat schon zahlreiche Comedypreise gewonnen und geht zurzeit mit seinem Soloprogramm ,,Mach dich frei“ in Deutschland und der Schweiz auf Tour. Zu bemerken ist, dass er mit seiner sympathischen, offenen, humorvollen, aber auch ehrlich-direkten Art ganz gut beim Publikum ankam. Ganz allein stand er auf der Bühne, hinter einem Mikrofon samt Mikroständer, ohne sonstige Inventur, Köstümierung oder Soundeffects. Seine trockenen Witze machen ihn so besonders, genauso wie sein schwarzer Humor, den er sich nicht scheut, zu verbergen. Der Abend hat schon recht lustig angefangen, in dem er sich selbst ankündigen musste und Witze über seinen eher noch niedrigen Bekanntheitsgrad machte. So erzählte er eine Anekdote, wie er vor einem deutlich älteren Publikum auftritt. Einige verließen die Show frühzeitig, außer zwei, ein süßes, altes Pärchen, dass bis zum Ende blieb. Ein Zwischenruf aus dem Publikum folgte, der wie folgt lautete: ,, Die waren taub.“ Natürlich mussten wir alle lachen und Alain Frei antwortete mit ganz viel Humor, dass er heute Abend die Witze machen muss und nun in Konkurrenzdruck stehen würde. Ein weiteres Highlight des Abends war die große Steuerberatergruppe aus Bochum, die ihm sogar zuvor per facebook geschrieben hatte. Wie man sich schon vorstellen kann, hat er erstmal Witze über den Beruf des Steuerberaters, aber auch des Lehrers (ebenfalls einer von dieser Sorte im Publikum anwesend) gemacht. Übrigens machte Alain Frei zum Schluss ein Gruppenfoto mit der großen Steuerberatertruppe.
Inhaltlich sprach Alain Frei über Themen wie Vorurteile und Klischees, politische und kulturelle Dinge, sein Singleleben, was die Stadt Emmerich den kennzeichnen würde und noch sonstige, lustige sowie interessante Erkenntnisse. Es ist zu erwähnen, dass Alain Frei gebürtiger Schweizer ist und seit etwas mehr als zehn Jahren hier in Deutschland lebt. So haben wir erfahren, dass er perfekt Hochdeutsch spricht, aber fluchen tut er immer noch in seiner Muttersprache. Auch sind Wörter wie ,,Doppelhaushälfte“ typisch Deutsch. Warum sagt man nicht einfach nur Haus? Gute Frage! Dann sprach er bestimmte Vorurteile an. Wenn man an Deutschland denkt, würden bestimmte Leute an Bier und Schinken denken. Am Anfang fand er dieses Klischee dumm, bis er in einem deutschen Supermarkt den Bierschinken in der Fleischabteilung sah. Daraufhin bedeutete dies: Okay, dazu kein Kommentar mehr.
Auch war der Abend sehr informativ. Wir wissen nun, dass die Fäkalien der australischen Wombats optisch perfekte Würfel ergeben. Auch sterben etwa 50% der Faultiere beim Koten, da deren Reaktionsgeschwindigkeit zu langsam ist und sie von ihren Räubern getötet werden. Geschlechtsverkehr in einem Raum voller großer Spiegeln an Wänden und der Decke ist  ein absolutes No-Go, weil der Anblick sehr erschreckend sei und Männer können die Umschwärmung, Komplimente und Blicke in einer Schwulenbar genießen, denn dort bekommt die männliche Spezies so viel Aufmerksamkeit, die im alltäglichen Leben kaum vorhanden ist. Wie man merkt, es gab an diesem Abend viele Momente, wo man mit dem Lachen nicht mehr aufhören konnte.
Nach dem Auftritt und den ganzen Fotos schießen durfte ich Alain Frei trotz Zeitmangel interviewen. Ich habe erfahren, dass Alain Frei Schauspiel in Hamburg studiert hat.
Er lebt seit einiger Zeit in Deutschland und war sofort in die Stadt Freiburg verliebt. Aber auch die direkte Art der Deutschen fand er ganz gut. Also insgesamt hatte er damals und heute immer noch einen ganz guten Eindruck von Deutschland. Allerdings hat der Schweizer kein Heimweh. Seine Familie vermisst er aber sicherlich. Schließlich hat er oft etwas über seine zwei Kleinen Neffen erzählt, die in der Schweiz wohnen. Zurzeit machen ihm seine Auftritte und sein Soloprogramm, in die er viel Herzblut reingesteckt hat, viel Spaß. Er könnte sich jedoch vorstellen, in etwa zehn bis 20 Jahren selbstständig zu werden oder gar Theater- und Schauspielprojekte mit Jugendlichen zu machen. Er erhält zudem die Inspiration für seine Auftritte aus dem alltäglichen Leben und den aktuellen Geschehnissen auf der Welt. Auch habe ich erfahren, dass er eigentlich kaum Angst oder Nervosität vor seinen Auftritten verspürt. Auftritte vor kleinem Publikum sind für ihn dann doch gewöhnungsbedürftig, da die Atmosphäre eine ganz andere ist. In einem engen Raum oder bei einer familiär wirkenden Atmosphäre vor wenigem Publikum macht er sich schon Gedanken, wie er bei diesen ankommt. Übrigens bleiben die normalen, gut laufenden Auftritte nicht so sehr in Erinnerung, wie Patzer, die geschehen. Ein besonderer Auftritt hat Herr Frei noch in Erinnerung. Er wurde mal für eine Show nominiert, wo die ,,schlecht erkorenen“ Comedians auftreten. Er wusste jedoch davon nichts und dachte, dass dies ein ganz normaler Auftritt vor 30.000 Zuschauer sei, bis er merkte, dass er von vielen ständig ausgebuht und anschließend über die Besonderheit der Show informiert wurde.
Zum Schluss gab es auch eine wichtige Message von Alain, die ungefähr lautete, dass jeder sich von falschen Dingen und Erwartungen, sowohl an uns selbst als auch an unsere Mitmenschen gerichtet, befreien sollte. Getreu dem Motto: Mach dich frei, also den Kopf freimachen.
Nur ist es schade, dass so wenige Leute erschienen sind, ich hätte mit deutlich mehr Zuschauer gerechnet. Im Vergleich zu den anderen zahlreichen Auftritten im Stadttheater war das durchschnittliche Alter der Zuschauer deutlich geringer. Umso mehr ist es schade, dass nicht so viele erschienen, wir haben nämlich mit mehr Publikum gerechnet. Wirklich schade, da dieses Programm bestimmt viele der jüngeren Generationen ansprechen würde!
Insgesamt war dies auf jeden Fall ein angenehmer und unterhaltsamer Abend und alle verließen mit guter Laune das Stadttheater. Also ein empfehlenswerter Auftritt!

 

Kings of Floyd

Am  29.09.2018 trat die Band ´´Kings Of Floyd“ um 20 Uhr im Stadttheater auf. Einer Freundin und mir war die Band bis dato unbekannt, doch wir wussten, dass diese Leute schon angesehen sein müssen, da die Parkplätze um das Theater herum sowie der ganze Schulhof der Hanserealschule belegt waren. Vor dem Theater stehend, sahen wir eine große Menschenmenge, die sich angeregt im Foyer unterhielt. Für uns zwei ganz jungen Leute war dies schon etwas aufregend, denn sonst ist man nicht so häufig unter so vielen Erwachsenen. Das Ticket an der Theke abgeholt, ging es schon Richtung Einlasstür zum Saal. Als wir die für uns reservierten Plätze erreicht haben, konnten wir uns endlich nach einem langen Samstag entspannen und ein Gefühl von Neugierde durchströmte unser Inneres. Was wird jetzt kommen und gefällt mir die Musik? Ist die Band so beliebt und bleiben wir von hier oben von den ganzen Laserstrahlern und Lichtern verschont? Das waren so einige Gedanken, die uns durch den Kopf gingen und dann wurde es plötzlich still und dunkel. Es hieß ab da: Und Action! Plötzlich gingen die Nebelmaschinen an, die ersten Lichter erhellten den eher dämmrigen Saal und die ersten Bandmitglieder ließen die ersten Töne erklingen.

Zu Beginn waren die Lieder recht interessant, aber nicht so unser Geschmack. Pro Song änderte sich das aber, die Musik wurde interessanter. Ein Schlagzeuger war dabei, einer der  Keyboard spielte, Musiker mit Bassgitarre, Akkustikgitarre und E-Gitarre, ein Sänger und eine Sängerin, sowie ein Saxophonist. Wenn ich mich nicht verzählt habe, bestand die Band auf der Bühne aus einem sieben bis achtköpfigen Team.
Was ich besonders beeindruckend fand, war der Saxophonist mit seinen zwei großen Saxophonen, die an einem Band um seinen Oberkörper hingen. Manchmal wechselte er beim Spielen zwischen beiden Saxophonen mit unterschiedlichen Klängen ab. Die Sängerin brachte durch ihre Hüftschwünge etwas Dynamik in das sonst eher starre Bühnenbild. Nach der Pause wurde das Publikum auch deutlich lockerer. Ein Zeichen dafür, dass alle abgeschalten haben  und sich von den Tönen mitreißen ließen. Dies erkannte man sofort an der Sitzhaltung der Zuschauer. Viele saßen nicht mehr kerzengerade, nahezu verkrampft auf dem Sitz, sondern lehnten sich an die Stuhllehne, saßen locker und bewegten ihre Köpfe im Takt der Musik. Nach der Pause tanzten sogar einige Damen oder sangen mit, was nochmal den imaginären Stimmungsbarometer um einiges nach oben stiegen ließ! Besonders beeindruckend waren die ganzen Leuchten und bunte regenbogenfarbene Laserlichter. Diesen schönen Anblick durfte man sich nicht entgehen lassen, also wurde schnell das Handy oder eine Digitalkamera gezückt und schnell ein Foto geknipst bzw. gefilmt. In der aller letzten Reihe hatte man eine faszinierende Sicht über die ganze Menschenmenge und die Bühne! Besonders ein Moment erstaunte mich ganz oben, nämlich als der Sänger plötzlich sehr tief, laut und klar gesungen hat und die Stimme begleitet von leidenschaftlichen Musiktönen, nachhallte. Das war ein absoluter Gänsemoment! Auch konnten wir den Männern, die für die gesamte Technik zuständig waren, bei der Arbeit zusehen, indem wir immer wieder rüberschielten. Es ist mal interessant zu sehen, was für Knöpfe gedrückt werden müssen und wozu jeder einzelne Knopf dient. Natürlich war das Bühnenprogramm ebenso vielfältig. Mit einem Beamer wurden diverse Fotos auf eine Leinwand projiziert. Darunter befanden sich zum Beispiel Bilder von warmen Rot-, Orange und Gelbtönen, von Geld, Diamanten, einem Auge, amerikanische und englische Großstädte, aber auch politische Fotos/Videos. So sah man zum Beispiel Fotos von Trump, Erdogan, Stalin und vielen weiteren PolitikerInnen, Demonstrationen, Debatten im Parlament, Reden vor ZuschauerInnen, usw… Passend dazu waren die englischen Songinhalte, die sich darauf bezogen. Bei einem Lied hörte man auch Schafe, was wiederum für eine lustige Atmosphäre sorgte.  Die Songgenres waren genauso vielfältig. Gegen Ende der Veranstaltung mussten wir früher gehen, da es spät wurde, wobei wir gerne bis zum Schluss geblieben wären. Wir sind uns aber sicher, dass nach Zugaben gerufen wurde!
Insgesamt war das ein toller Abend, der bisschen Abwechslung in unserer sonstigen Samstagabendroutine brachte. Besonders freue ich mich darüber, dass ich das Glück habe, ein neugieriger, offener, vorurteilsfreier und aufgeschlossener Mensch sein zu können und meine Freundin sich auch auf Neues einlässt und experimentierfreudig ist. So ist uns nämlich diese Veranstaltung nicht entgangen. Übrigens es wäre schön, wenn öfters mal solche großen Musik-, Konzert- oder Bandauftritte in Emmerich stattfinden würden. Wie man gesehen hat, kamen diese recht gut an.

Liederabend mit Andreas Cantow und Nadja Bulatovic im Schlösschen Boorghess

Nach einer eher  stressigen Woche und einem regnerischem Sonntag (23.09.2018) kam der Liederabend mit Andreas Cantow und Nadja Bulatovic im Schlösschen Boorghess sehr gelegen! Herr Cantow sang mit einer mittleren Gesangsstimmlage, was in der Fachsprache auch Bariton genannt wird und Frau Bulatovic begleitete diesen am Klavier. Der Raum, in dem wir uns befanden war zwar nicht überfüllt, aber dennoch herrschte eine entspannte Atmosphäre im kleinen Kreise. Das erste, was mir auffiel, war dieser große, heller und schlicht gehaltener Raum mit einem Kamin. Ein schöner, dunkelfarbener  Flügel befand sich in der linken, oberen Raumecke und sehr schöne Bilder wurden ausgestellt, die Natur, Gegenstände und Tiere in kräftig leuchtenden oder Pastellfarben darstellten.
Pünktlich, um 17 Uhr traten beide in schicker, eleganter Kleidung in den Raum und spielten Lieder von Mahler, Wolf, vor allem von Schumann und ein paar anderen Komponisten und sangen passende Texte wie die von Joseph Eichendorff, Lorelei, Am Rhein, Waldgespräch und viel mehr…
Man spürte, wie beide Musikanten für die Musik brennen und ihre Leidenschaft beim spielen oder singen.  So hörte man mal leise Töne , dann wiederum ein schnelles, lautes Klimpern der Klaviertasten. Genauso sang der Sänger mal leise und lies sanfte Töne erklingen und in nächster Sekunde wurde es laut und der Raum wurde von einer tiefen Stimme gefüllt. Es wechselte also stetig zwischen einer ruhigen und dramatischen Stimmung. Besonders die ruhigen Töne ließen mich träumen. Dazu noch ein schöner Ausblick aus dem Fenster auf die regnerische, bewölkte Gegend und den Wiesen sowie dem Waldstück. Man konnte nur sagen Entspannung und Harmonie pur.
Nach einem einstündigen Liederabend hatte ich die Möglichkeit, beide Musikanten zu interviewen.
Schnell merkte ich, dass beide ganz sympathische Personen sind, die gespannt auf meine Fragen gewartet und diese ganz offen und ehrlich beantwortet haben. Somit habe ich erfahren, dass beide in Köln leben und sich schon zehn Jahre kennen und immer wieder als Kollegen zusammen auftreten. Dies haben sie einer Kollegin zu verdanken, die damals beide miteinander in Kontakt brachte.
Auf meiner Frage hin, warum ausgerechnet so viele Schumannwerke ausgesucht wurden, hieß es, dass Robert Schumann auch aus der Rheinprovinz stammte und deswegen zu Emmerich passte. Wenn man sich denn Informationszettel betrachtete, dann sieht man , dass die Liedernamen tatsächlich  Bezug zu Emmerich hatten. Einige Titel lauteten z.B. ,,Im Rhein, im schönen Strome“, ,,Sonntags am Rhein“ oder ,,Rheinlegendchen“. Ich habe zudem erfahren, dass beide die Lieder passend zum Aufführungsort aussuchen, was man auch anhand der Infobroschüre des Abendprogramms feststellen konnte.Mit einem bedauernswerten Gesichtsausdruck erzählte mir Cantow, dass er auch Stücke von Schubert vorstellen wollte, mit einem Augenzwinkern meinte er dann, dass dieses aber nicht zu unserer Stadt gepasst hätte, da Schumann nicht in unserer Nähe lebte.Franz Schubert lebte nämlich bis zu seinem Lebensende in Wien.  Außerdem habe ich erfahren, dass beide schon einmal in Emmerich aufgetreten sind, nämlich letztes Jahr und die Stadt Emmerich, besonders das Schlösschen am Waldrand, sehr schön und idyllisch finden, jedoch haben sie die Stadt, insbesondere Boorghees, als kleine Nischen bezeichnet, die eher versteckt sind. Wenn sich die Gelegenheit wieder ergibt, würden sie in den nächsten Jahren nochmals in Emmerich auftreten. Eines der Themen, worüber wir gesprochen haben, war das Fach Musik. So habe ich erfahren, dass beide seit der Kindheit eine Leidenschaft für Musik empfunden haben. Bulatovic meinte, dass man als Musikant nur dann Erfolg haben kann, wenn man schon im Kindesalter Instrumente wie Klavier, Violine, etc. anfängt spielen zu lernen. Anschließend unterhielten wir uns auch darüber, ob man Erfolg mit Musik hat und für wen sich dieses Fach eignet. So erfuhr ich, dass man spürt, ob man die Musik liebt und dies auch professionell machen will. Dabei ist es schon wichtig, bzw. wäre ein großer Vorteil, wenn man von klein an, sich mit diesem Fach/Hobby beschäftigen würde. Jedoch verdient man im Vergleich zu anderen Berufen nicht viel, so haben beide auch etwas ähnliches in Richtung Musik studiert, z.B. Musikpädagogik, haben als MusiklehrerIn unterrichtet, an mehreren musikalischen Projekten, Aufführungen, usw. mitgewirkt. Wir drei kamen übrigens zu dem Schluss, dass es viel wichtiger ist, wenn ein Beruf Spaß macht und man darin seine Erfüllung findet. Zwar ist eine gute und gerechte Bezahlung auch wichtig, aber das sollte nicht das entscheidende  Kriterium für die Berufswahl sein, denn so wird es auf Dauer wird bestimmt nicht glücklich machen.
Weitere, kurze private Gespräche waren auch nach dem Auftritt möglich.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Abend schön und nett war. Auch wenn vielleicht, Komödien, Musicals, Konzerte, Kabaretts spannender sind, ist ein klassisches Musikstück eine gute Abwechslung. Dies sorgte auch am Abend für eine entspannte, ausgelassene Stimmung und wirkte sogar noch zum Wochenstart. Kann ich also weiterempfehlen, ist nämlich eine gute Heilmethode. ;)

 

,,Großstadtfieber“ von Robert Kreis                                                                        

Am 04.05.2018 fand um 20 Uhr die Veranstaltung ,,Großstadtfieber“ statt, die von dem Entertainer und Pianisten Robert Kreis aufgeführt worden ist.
Im kleinen, aber feinen und eleganten Schlösschen Boorghess fand die Aufführung statt.
Wenn man den Titel der Theateraufführung mit der umgebenden Natur vergleicht, dann ist dies in der Tat ein ganz großer Kontrast. Die Veranstaltung musste aufgrund der geringen Besucherzahl ins Schlösschen verlegt werden, was ich und meine Freundin nach der gesamten  Aufführung nicht verstehen konnten!
Ich durfte mir das Theaterstück als junge Kulturreporterin ansehen, um anschließend meine eigenen Eindrücke zu schildern, aus der Sicht einer Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen,-versteht sich.
Als ich mir die Broschüre zum Theaterstück durchgelesen habe, spürte ich ein Gefühl von Interesse, aber andererseits auch von Skepsis. Schließlich ging es in der Aufführung um die Großstadt Berlin samt all ihren Facetten in den ´´Goldenen Zwanziger Jahren“. Für mich, als Geschichtsinteressierte, zwar spannend, aber vieles kenne ich nur aus (Lehr-)bücher und Dokumentationen. Beim Eintreffen ins Schlösschen waren meine Begleitung und Ich die einzigen jungen Menschen, was am Anfang etwas komisch gewesen ist, da wir mit Neugierde angeschaut wurden. An diesem Tag war es wohl ein Phänomen, dass sich junge Leute für Theater interessieren. Ich finde es traurig, da Theater Kultur ist und Kultur ein wichtiger und wertvoller Bestandteil in unserem Leben ist. Wie Herr Kreis behauptete, würden in anderen Großstädten so einige junge Leute seine sowie weitere Stücke besuchen. Wahrscheinlich ist das bei uns eher ein lokales Problem...
Was ich aber damals, vor der Veranstaltung, als allererstes zu sehen bekam, ist ein Flyer und zusätzlich ein Foto von Herrn Kreis gewesen. Auf den ersten Blick eine sehr sympathische , individuelle und recht charismatische Person. Mein Eindruck verstärkte sich, als ich ihn später live erleben durfte. Er stand mit zwei verschiedenen, sehr schicken und sogenannten ´´old-school“ Anzügen vor seinem Publikum. Dazu ein geschminktes Gesicht, und streng nach hinten gekämmte sowie gegelte Haare,dass ihn aussehen lassen hat, wie zu früheren Zeiten.
Man merkte schon, eine sehr starke Person mit einer großen Persönlichkeit.
Beeindruckend waren seine weit ausgeholte Gestik und vor allem die hervorragende Mimik, die er ohne Scheu einsetzte. Wie ich sehen konnte, waren die Leute, die um uns herum saßen, sehr beeindruckt, wurden bestens unterhalten und hörten gespannt zu.
Seine Texte reimten sich gut und sind nicht mit den heutigen Texten und song lyrics zu vergleichen.
Auch gefiel mir die Abwechslung zwischen Erzählung und musizieren. Er spielte aber nicht nur exzellent, sondern berichtete auch über  seine eigenen Erfahrungen und Erlebnissen. Schon allein, dass er Niederländer ist, aber in Indonesien geboren wurde und nun in Berlin lebt, zeigt, dass er einen langen Weg und viele Erlebnisse hatte. Seine Aufführungen in Metropolen wie Sydney, New York, Wien usw. taten sein Übriges. Der Darsteller sang und spielte zudem alte Musik vor, wie bereits schon erwähnt, dennoch tat er dies auf einer lustigen Art und Weise, sodass wir ständig kicherten. Meine Freundin und ich haben uns  nicht zusammenreißen können und so geschah es, dass wir oft mit dem deutlich älteren Publikum lachen mussten. Schön anzusehen waren Zeitschriften und Hefte aus den Zwanziger Jahren, die für uns eindeutig ein Dokument aus früherer Zeit darstellen. Ich persönlich fand auch die Anspielungen auf die heutige Zeit genial. Da gebe ich ihm recht, dass Jogginghosen zwar praktisch und bequem, dennoch geschmacklos und nicht zu jedem Anlass akzeptabel seien.  Aber auch, dass besonders die sogenannten Generationen Y und Z ständig mit den Smartphones beschäftigt seien, selbst junge Mütter, die einerseits den Kinderwagen schieben  und andererseits mit den Fingern der anderen Hand über den Bildschirm des Handys scrollen würden. Zudem sind die Prüfungsantworten der SchülerInnen aus dem Jahre 2017 urkomisch und witzig. Ein Beispiel: ,,Die Hauptstadt von Frankreich heißt Frankreich City“. Selbst ich kann über die Bemerkungen darüber herzlich lachen und gleichzeitig meinen Kopf über die modernen Entwicklungen schütteln.
Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich über die Aufführung von Herrn Kreis positiv überrascht sowie beeindruckt bin. Meiner Freundin und mich hat die Veranstaltung, als junge Menschen, auf jeden Fall sehr gefallen. Manchmal sind nur Herr Kreis´ Worte unverständlich gewesen, da er in einem enorm schnellen Tempo gesprochen hatte. Sogar das Publikum schien ganz nett und offen zu sein. In der Pause konnten wir uns auch mit ein paar der älteren BesucherInnen unterhalten, was sehr angenehm gewesen ist. Auch  ein privates Gespräch mit Herrn Kreis und einer mit uns anwesenden Dame nach dem Auftritt war sehr schön und man merkte, dass beide sehr aufgeschlossene Menschen sind. Ich denke, dass Herr Kreis trotz seines Alters tief im inneren jung geblieben ist, aber natürlich auch modern und dies macht seine Auftritte besonders. Also ich kann für mich sowie stellvertretend für meine Begleitung sagen, dass wir den Abend sehr genossen haben. Vielleicht ist dieser Auftritt nicht für jeden Jugendlichen ansprechend, aber wir würden diese Theateraufführung bzw. Unterhaltungsshow liebend gern weiterempfehlen.

 

,,Aufguss“

Am 04.05.2018 fand das etwa zwei Stunden lange Theaterstück ,,Aufguss“ statt. Die Komödie war nahezu ausgebucht. Wie es aussah, war fast jeder Sitz des Stadttheaters besetzt. Durch den ganzen Abend zog sich eine heitere Stimmung mit viel Gelächter. Das ist nämlich den Schauspielern zu verdanken, die nicht unbekannt sind. Ich denke Namen wie Hugo Egon Balder oder Jeanette Biedermann sagen dem oder der ein oder anderen was. Diese sind nämlich aus dem Fernsehen oder von weiteren Bühnenshows bekannt.
Das Bühnenbild war das erste, was ich kurz vor Beginn der Aufführung sehen konnte und es ist vollkommen ansprechend und modern gewesen. Man dachte, dass man tatsächlich vor oder gar in einem ,,Welnessraum“ sitzt. Sogar Wasser befand sich in einem künstlichen Becken und eines der Schauspieler sprang entschlossen hinein.
Gegen Ende der Aufführung sind die Kleider der Schauspielerinnen ebenfalls schön gewesen, sicherlich reizend für den ein oder anderen männlichen Zuschauer.
Ich persönlich empfand zwei Stellen als Highlight. Erstmal fand ich toll, wie sich die SchauspielerInnen  an die ZuschauerInnen bzw. an den Niederrhein angepasst hatten. So nannten die SchauspielerInnen während einer Diskussion über verschiedene Speisegerichte die Städte- und Ortsnamen wie Rees, Hamminkeln, Praest, Goch, Kleve, usw. .
Gegen Ende der Aufführung geschah noch etwas ganz Lustiges. So schlüpfte eine Schauspielerin aus ihrem Bademantel, trug nur ein schwarzes Spitzenpanty und verschwand rasch hinter der Bühne, was natürlich  für das eine ,,Ohhh“ und ,,Hui“ oder aber Pfeifen sorgte. Sofort folgte ihr der andere Schauspieler und zog sich ebenfalls aus. Zur Überraschung aller trug dieser keine Unterhose. Nein, sein Hintern wurde von einem großen Blatt gedeckt. Dieses hatte schon eine gewisse Ähnlichkeit mit Tarzans Dschungelbekleidung oder eines der (halb-)nackten Statuen aus der Antike.

Außerdem ist der Blick hinter die Kulissen sehr kenntnisreich gewesen. Der Regisseur Rene Heinersdorff  sagte mir, dass er fast nur Komödien schreibe, die alle auf einer wahren Begebenheit beruhen würden und ,,Aufguss“ sei schon sein zwölftes oder 13 Bühnenstück. Wussten Sie, dass sich selbst hinter dieser Komödie, wobei es sich unter anderem um den Self-made-Man Dieter handelt, der seiner Lebensgefährtin Mary den Kinderwunsch mit einer künstlichen Befruchtung erfüllen möchte, um ein ernstes Thema handelt? Der Autor und gleichzeitig Darsteller dieses Stückes kennt ein Pärchen aus dem Freundeskreis, das keine Kinder auf natürlichem Wege bekommen kann. Von diesem Schicksal inspiriert, schrieb er sein derzeitiges Theaterstück ,,Aufguss“. Auch gab er mir folgenden Ratschlag mit auf den Weg, der ungefähr wie folgt lautete: ,,Egal an welchem Text du gerade arbeitest oder was du schreibst, das Geschriebene oder Berichtete muss wahr sein  und vom ganzen Herzen kommen. Du musst wissen, was du schreibst und die Sache wirklich wollen.“ Ich fand diesen Ratschlag schon recht weise und denke immer daran, wenn ich einen wichtigen Text schreibe oder ein neues Projekt, Hobby, etc. beginne. Dieser Spruch lässt sich nämlich auf viele Bereich des Lebens übertragen. Kurz bevor die Pause beendet gewesen ist, versammelten sich plötzlich alle anderen SchauspielerInnen um uns herum und begannen plötzlich einen raschen Wortwechsel, was als erstes  meine Freundin und mich etwas verwirrte. Doch wir begriffen sofort, dass sie schauspielerten. Ihre spontane Aktion war schon sehr beeindruckend, da es realistisch und sehr ernst wirkte. Die ersten Worte, die sie nach der Pause sagten, waren übrigens genau die, die wir uns zuvor hinter der Bühne anhören durften.

Somit komme ich zum folgenden Fazit: Meine Begleitung und ich fanden die Aufführung recht amüsant, auch wenn einige Passagen nahezu zu schlüpfrig für zwei junge Menschen wie uns gewesen sind. Die ein oder andere Stelle ist zweideutig gewesen, was uns sowie alle anderen ZuschauerInnen zum Schmunzeln brachte und alle DarstellerInnen haben klasse gespielt und harmonierten miteinander.
Doch genauso ist mancher Zuschauer lustig gewesen. Zum Beispiel sorgten einige Besucher mit  ihrem herzhaften Lachen für ein ansteckendes ,,Gelächterchor“ um sich herum. Mir ist zudem aufgefallen, dass auch bei diesem Theaterstück  kaum junge Menschen anwesend gewesen sind. Ich persönlich fand das etwas schade, denn die Komödie war überhaupt nicht langweilig und die Stimmung war stets in einem hohen, positiven Bereich.